Würstchen mit Kartoffelsalat zählt neben Gans, Raclette oder Karpfen zu den beliebtesten Weihnachtsessen in Deutschland. In rund einem Drittel der deutschen Haushalte gibt es laut Statista Global Consumer Survey das Gericht an Heiligabend. Aber egal, ob man den Kartoffelsalat mit Brühe (wie in Süddeutschland) oder mit Mayonnaise (wie im Norden) zubereitet: Die Preise für das Festessen unterscheiden sich regional deutlich.

Die Forscher des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln haben bei der Frage, wo das deutscheste aller deutschen Weihnachtsessen am günstigsten ist, penibel auf Vergleichbarkeit geachtet – und für eine standardisierte Variante des Würstchengerichts eine Art Weihnachtsessensindex erstellt. Um überhaupt regional vergleichbare Preise zu haben, griffen die IW-Forscher Jan Marten Wendt und Christoph Schröder auf Preisdaten des Lebensmitteleinzelhändlers Rewe zurück und definierten ein einfaches Standard-Rezept, bestehend aus Kartoffeln, Zwiebeln, Senf, Mayonnaise, Gewürzgurken, Joghurt und Bockwürsten für vier Personen. Die Ergebnisse der Erhebung überraschen.

Preisunterschiede liegen an der unterschiedlichen Kaufkraft

Besonders günstig ist es demnach für Haushalte im Altenburger Land, in Stendal und in Magdeburg. Hier kostet der Warenkorb für den Weihnachtsklassiker mit 5,05 Euro deutschlandweit am wenigsten. Im Gegensatz dazu müssen die Menschen im Bodenseekreis mit 6,24 Euro am tiefsten in die Tasche greifen. Der Abstand zum zweitteuersten Landkreis ist dabei deutlich: In der Vulkaneifel in Rheinland-Pfalz werden 5,87 Euro fällig. Die Preisunterschiede zwischen dem günstigsten und teuersten Kreis betragen fast 25 Prozent.

Insgesamt sind die Preise in den neuen Bundesländern, aber auch in einigen ländlichen Regionen besonders niedrig. Das liegt zum einen an der Kaufkraft der Kunden: Im Schnitt verdienen die Menschen im Osten noch immer weniger als im Rest der Republik. »Auch die Ladenmieten sind in den neuen Bundesländern niedriger als im Westen. Die Märkte dort können also auch mit niedrigeren Preisen lukrativ wirtschaften«, erklärt IW-Ökonom Schröder. »Außerdem gilt: In Innenstadtlagen sind Produkte häufig teurer als am Stadtrand.«

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