Hamburg – Große Sorge um Raya (25).

Die betagte Stute war in einen Wassergraben geraten, kam nicht mehr raus. Für die Feuerwehr begann ein Wettlauf mit der Zeit. Es drohte ständig, dass der Kreislauf des Tieres versagte.

Teaser-Bild

Feuerwehrleute legen Schläuche um „Raya“

Foto: Thomas Knoop

Alles hatte am Sonntagmorgen begonnen. Simone Meyer (49) war in den Vier- und Marschlanden mit ihrem Hund „Balou“ unterwegs.

Am Warwischer Hinterdeich hörte sie plötzlich ein verzweifeltes Wiehern hinter sich aus dem Gebüsch an der nahen Weide.

Teaser-Bild

Simone Meyer (49) mit ihrem Hund „Balou“. Sie entdeckte bei der Gassi-Runde die Stute in Not

Foto: Thomas Knoop

Die Frau: „Ich konnte das Tier gar nicht gleich sehen. Ich bin dann noch ein Stück näher ran. Dann sah ich das Pferd. Der Rücken und Kopf guckte raus. Es zappelte ein wenig. Ich habe dann die Feuerwehr alarmiert.“

Teaser-Bild

Hau-Ruck! Die Retter versuchen das Pferd mit den Schläuchen aus dem Wassergraben zu ziehen

Foto: Thomas Knoop

Die Männer und Frauen der Freiwilligen Feuerwehr Hohendeich rückten zur Tierrettung an. Ein alles andere als einfacher Einsatz.

Andere Pferdebesitzer berichteten, dass es sich bei dem Pferd um „Raya“, 25 Jahre alt, handele, die auf der angrenzenden Weide lebt.

Warum sie nun in den Wassergraben fiel, unklar. Vielleicht war sie einfach zu neugierig. Oder sie hatte sich in der Nacht erschrocken, war in Panik geflüchtet und dann im Wasser gelandet.

Teaser-Bild

Eine Tierärztin verabreicht dem Pferd eine Infusion

Foto: Thomas Knoop

Feuerwehrleute in Wathosen gingen in den rund ein Meter tiefen Wassergraben, beruhigten „Raya“. Andere Kameraden kamen mit dem Schlauchboot.

Wehrführer Heiko Jungclaus: „Das Pferd war total erschöpft, konnte überhaupt nicht mehr bewegt werden.“

Zur schwierigen Aufgabe: „Wir mussten unter Wasser Schläuche unter dem Pferd durchbekommen, um es zu sichern.“

Teaser-Bild

Die Rettung der Stute dauert an

Foto: Thomas Knoop

Mit vereinten Kräften wurde gezogen. „Raya“ versuchte mit letzter Kraft zu unterstützen, hochzukommen. Vergeblich! Ermattet legte sie ihren Kopf wieder in den Schlamm vom Uferbereich.

Teaser-Bild

Wehrführer Heiko Jungclaus streicht „Raya“ über den Kopf: „Wir holen Dich hier raus!“

Foto: Thomas Knoop

Mittlerweile war auch eine Tierärztin vor Ort, gab „Raya“ erst einmal eine Beruhigungs-Spritze und eine Infusion. Wehrführer Jungclaus streichelte dem Pferd über den Kopf: „Wir holen Dich hier raus!“

Die Zeit drängte. Durch Aufregung, Erschöpfung und Unterkühlung drohte ein Kreislaufversagen bei „Raya“.

Teaser-Bild

Ein Nachbar hilft mit einem Radlader

Foto: Thomas Knoop

„Wir brauchen schweres Gerät“, entschied Wehrführer Jungclaus. Ein Landwirt aus der Nachbarschaft half sofort, kam mit seinem Radlader.

Die Schläuche wurden festgemacht. Dann wurde „Raya“ vorsichtig aus dem Wasser gezogen. Auf einmal rutschte die Stute fast aus den Schläuchen. Sofort reagierten die Feuerwehrleute, neuer Sicherungsschlauch.

Teaser-Bild

Feuerwehrleute ziehen das Pferd die letzten Meter den Abhang hoch

Foto: Thomas Knoop

Dann nach rund zwei Stunden war das Pferd sicher auf der Weide. Große Decken wurden herangeschafft, „Raya“ trockengerubbelt.

Die Tierärztin gab der Stute dann noch eine XXL-Infusion Multivitamin-Saft. Und die zeigte seine Wirkung.

Teaser-Bild

Gerettet! Das Pferd liegt auf der Weide

Foto: Thomas Knoop

Teaser-Bild

„Raya“ erhält eine XXL-Infusion mit einer Art Multivitamin-Saft

Foto: Thomas Knoop

Teaser-Bild

Die Stute kommt wieder zu Kräften, kommt hoch

Foto: Thomas Knoop

„Raya“ rappelte sich hoch, stand plötzlich wieder auf ihren Beinen. Freude in den Gesichtern der Retter. Jetzt war klar: „Raya“ hatte bei dem Sturz in den Wassergraben keine größeren Verletzungen erlitten – außer ein paar Abschürfungen!

Wehrführer Jungclaus: „Schön zu sehen, dass das Pferd scheinbar wohlauf ist.“

Teaser-Bild

Das Pferd steht wieder auf den Beinen

Foto: Thomas Knoop

Artikelquelle

Artikel in der gleichen Kategorie: