Der Rechtsstreit vor einem Bundesgericht im US-Bundesstaat Missouri drehte sich um das Unkrautvernichtungsmittel Dicamba. Pfirsichbauer Bill Bader aus Missouri macht Bayer und BASF für seine Ernteverluste verantwortlich, weil Dicamba drei Jahre lang von benachbarten Baumwollfeldern auf seine Plantagen geweht worden sei. Den Schaden bezifferte er auf 21 Millionen Dollar. Die Geschworenen billigten ihm zwar nur einen Schadenersatz über 15 Millionen Dollar zu, verhängten jedoch zusätzlich einen Strafschadenersatz von 250 Millionen Dollar, die ebenfalls dem Landwirt zugutekommen soll.

Wie die Summe auf Bayer und BASF verteilt werden soll, steht noch nicht fest, zumal beide Konzerne in Berufung gehen wollen.

USA Bayer und BASF sollen Millionenstrafe wegen Dicamba zahlen | Bill Bader (Imago-Images/ZUMA Press/B. Gray)

Auch der Rechtsstreit des Pfirsichbauern trägt Früchte

Dicamba wurde von Monsanto entwickelt. Der US-Konzern wird bereits seit Jahren wegen des Mittels verklagt. Bayer hatte Monsanto 2018 übernommen und steht bereits wegen des Unkrautvernichters Glyphosat tausendfach vor Gericht. BASF nutzt ein eigenes auf Dicamba basierendes Produkt, um gentechnisch veränderte Pflanzen zu behandeln.

Das jetzt in Missouri gefällte Urteil ist das erste in einer Reihe laufender Verfahren. Die beiden Unternehmen weisen alle Vorwürfe zurück und machen eine falsche Anwendung des Mittels für die Schäden verantwortlich. Die vor Gericht vorgelegten Beweise hätten gezeigt, dass die Monsanto-Produkte nicht für die geltend gemachten Verluste verantwortlich gewesen sein könnten. Auch die US-Umweltschutzbehörde EPA habe darauf hingewiesen, dass Dicamba kein unangemessenes Risiko darstelle, wenn es ordnungsgemäß verwendet würde.

rb/qu (dpa, rtr)

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