Es ist eine Zahl, die nur schwer zu fassen ist: 295 Massenschießereien ereigneten sich laut dem Gun Violence Archive bisher in den USA alleine dieses Jahr – zwei davon an Bildungseinrichtungen. Immer wieder kommt es in den USA zu schrecklichen Amokläufen an Schulen. Und jedes Mal bleiben trauernde Angehörige zurück. Das US-Modelabel Bstroy machte sich darüber wohl nicht so viele Gedanken und stellte diese Woche eine Amoklauf-Sweatshirtlinie vor.

Am Montag postete das Männer-Modeunternehmen einige seiner Looks für 2020 auf Instagram – darunter vier Fotos von Sweatshirts, die auf den ersten Blick recht normal erscheinen. Doch sieht man genauer hin, sind die Schriftzüge auf den Pullis die Namen von Schulen, an denen Amokläufe stattgefunden haben: Columbine, Sandy Hook, Virginia Tech und Stoneman Douglas. Auf Nachfrage des Online-Magazins „The Cut“ äußerten sich die Designer der Marke: „Wir wollten ein Statement zu Waffengewalt setzen und die Art der Waffengewalt, die präventiv behandelt werden muss und deren Ursachen aufzeigen, gleichzeitig wollen wir die Überlebenden der Tragödien durch unsere Mode stärken.“

Die Intention mag positiv gewesen sein – von der Community wurde sie so nicht aufgenommen. „Es widert mich an“, „Das ist Müll und genau das seid ihr auch“ oder „ich hoffe euer Geschäft geht den Bach runter und ihr habt einen furchtbar schrecklichen Tag“ sind nur einige der Kommentare unter den Postings. 

Angehörige sind entsetzt

Auch Betroffene und Angehörige von Opfern sind entsetzt. Eine Userin schreibt unter dem Pulli mit der Aufschrift „Stoneman Douglas“, sie sei bei dem Angriff vor Ort gewesen und könne nicht begreifen, wie jemand auf so eine Idee komme. „Ich hoffe wirklich, ihr nehmt diesen Dreck runter und auch die von Columbine und Sandy Hook. Es ist widerlich. Seid ihr ernsthaft stolz auf euer ‚Design‘?“, schreibt sie weiter. Auch auf anderen Plattformen wie Twitter melden sich Angehörige zu Wort:

„Meine Fashionista-Nichte wurde in Parkland ermordet. Sie war professionelle Illustratorin und wollte Designerin werden, genau wie ihr. Ihr solltet euch schämen, ihren Tod zu euren Gunsten zu nutzen und Geld daraus zu machen, ich trage Stolz ihre Designs“, schreibt diese Nutzerin. 

Auch die darauf folgende Stellungnahme des Gründers des Labels auf Instagram kommt nicht gut an. Das Statement beginnt schon damit, dass sie das Leben als „schmerzhaft ironisch“ bezeichnen. Auch auf diesen Post bekamm Bstroy bisher über 1000 negative Kommentare.

Quellen: Instagram, Twitter, „Gun Violence Archive“

Artikelquelle

Artikel in der gleichen Kategorie: